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descriptionTraurige Frau
Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafprobleme: So kann sich eine Depression äußern. Sie ist eine schwere Krankheit und muss behandelt werden.
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Einer Depression können schlimme Erlebnisse vorausgehen. Sie hat aber auch biologische Ursachen wie eine gestörte Signalübertragung im Gehirn.
descriptionArzt macht Notizen
Heute kann man recht genau die Symptome identifizieren, die für eine Depression sprechen. Die Frage ist nur: In welcher Kombination treten sie auf und wie lange schon?
descriptionTabletten
Antidepressiva hellen die Stimmung auf und wirken gegen die Symptome der Depression. Natürliche Heilmittel können ebenfalls helfen.
descriptionTherapiegespräch
Neben Medikamenten kommen auch andere Behandlungsmethoden zum Einsatz: Psychotherapie, Lichttherapie oder Elektrokrampftherapie.
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Andere Therapien

Als Ursache einer Depression gelten einerseits nachweisbare Veränderungen in den Botenstoffsystemen des Gehirns, andererseits spielen Empfindungs- und Verhaltensweisen eine Rolle. Daher setzt die Therapie neben den Medikamenten – ergänzend oder ersetzend – auf psychotherapeutische Methoden, um depressive Verhaltensmuster zu durchbrechen. Auch Schlafentzug, Lichttherapie oder Elektrokrampftherapie sind mögliche Behandlungsoptionen.

Im Überblick



Die Psychotherapie

Die Tatsache, dass Depressionen sowohl eine genetische, also vererbte Komponente haben als auch als eine Art „Fehlsteuerung” im Gehirn nachweisbar sind, könnte Skeptiker darin bestärken, dass Gespräche hier nichts bringen. Tatsächlich ist aber die Wirksamkeit von bestimmten psychotherapeutischen Verfahren, allen voran der kognitiven Verhaltenstherapien, in zahlreichen Studien belegt worden. Weil gerade psychotherapeutische Verfahren zumeist langwierige Prozesse sind, sind Studien hier schwieriger durchzuführen als in der Medizin. Fehlende Wirksamkeitsnachweise im Rahmen wissenschaftlicher Studien bedeuten daher noch lange nicht, dass eine Therapie Menschen mit Depressionen nicht helfen kann.

Wird eine Depression diagnostiziert, werden die Kosten für eine Psychotherapie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Voraussetzung ist, dass der Therapeut eine Kassenzulassung besitzt und ein Verfahren angewandt wird, das als wirksam gegen Depressionen gilt. Solche Verfahren sind derzeit
  • kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
  • Psychoanalyse
  • tiefenpsychologisch fundierte Therapie (TP)
  • interpersonelle Therapie (IPT)
Für wen eignen sich Psychotherapien?
Im Prinzip eignen sich die Psychotherapien für jeden Schweregrad von Depressionen. Da Psychotherapien aber die größten Aussichten auf nachhaltigen Erfolg haben, wenn die Patienten möglichst aktiv an der Therapie und der Erreichung ihrer Ziele mitarbeiten, sind Psychotherapien bei schweren Depressionen zumindest nicht von Anfang an sinnvoll. Erst wenn durch eine medikamentöse Therapie erreicht worden ist, dass ein schwer Depressiver sich für einen konstruktiven Austausch mit dem Therapeuten öffnen kann, sollte eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Bei leichten bis mittelschweren Depressionen ist eine Psychotherapie oft von Anfang an eine aussichtsreiche Behandlungsoption.

Wie schnell wirken Psychotherapien?
Wann im Rahmen einer Psychotherapie ein spürbarer Behandlungserfolg zu verbuchen ist, ist individuell völlig verschieden. Manche Patienten fühlen sich unabhängig von der Schwere ihrer Depression schon nach wenigen Sitzungen mit dem Therapeuten besser. Bei anderen tritt eine Wirkung erst nach Wochen oder sogar Monaten ein. Grob geschätzt geht man davon aus, dass sich bei einem therapeutischen Gespräch pro Woche nach etwa einem halben Jahr eine positive Entwicklung eingestellt haben sollte.

Wie findet man den richtigen Therapeuten?
Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass das Befinden eines Patienten sich durch eine Psychotherapie bessert, ist, dass sich zwischen Therapeut und Patient ein konstruktives Vertrauensverhältnis bildet. Der Patient sollte wirklich offen über sich und seine Probleme sprechen können. Aber nicht immer kann man auf den ersten Blick beziehungsweise beim ersten Gespräch mit einem Therapeuten entscheiden, ob er oder sie der oder die „Richtige“ ist. Aus diesem Grund bezahlt die Krankenkasse fünf Probesitzungen. Darin können Patient und Therapeut sich gut genug kennenlernen, um mit gutem Gefühl entscheiden zu können, ob sie den langen Weg einer Psychotherapie gemeinsam gehen wollen. Wenn nicht, besteht die Möglichkeit, sich nach einem anderen Therapeuten umzuschauen.

Wie lange dauert eine Psychotherapie?
Die einzelnen Therapieformen dauern unterschiedlich lange – eine Psychoanalyse zieht sich mit mehreren Sitzungen pro Woche meist über zwei bis drei Jahre hin, die anderen Therapieformen dauern etwa zwischen einem Viertel- und einem ganzen Jahr.

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Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Depressionen verändern oft das Denken und Fühlen. Situationen und die Handlungen anderer Menschen werden dann anders und häufig falsch wahrgenommen und interpretiert. In der Folge verändert sich auch das Verhalten. Je länger eine Depression dauert und/oder je öfter es zu Rückfällen gekommen ist, umso tiefer schleifen sich Verhaltensweisen ein, die einem von der Depression veränderten Denken und Fühlen entspringen. Die KVT versucht nun, solch „erlerntes Fehlverhalten” zu überwinden, indem neue Verhaltensweisen eingeübt werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass diese „erlernten Verhaltensweisen” in der Therapie aufgearbeitet, verstanden und Problemlösungen gefunden werden. Gelingt eine KVT – wie gut sie wirkt, ist in vielen Studien belegt worden –, kann der Patient wieder auf andere Menschen zugehen, stabile soziale Kontakte flechten, negative Denkmuster überwinden und Verantwortung für sein Leben übernehmen. Auf diese Weise senkt die KVT auch das Risiko, wieder in eine Depression „zu rutschen”, denn der Betroffene hat gelernt, aktiv gegen depressiv machende Verhaltensweisen und Denkmuster anzukämpfen. Entsprechend ist die Rückfallquote nach einer KVT Studien zufolge deutlich gesenkt.

In leichten Fällen kann eine KVT im Rahmen einer Gruppentherapie stattfinden, bei schweren Depressionen wird für gewöhnlich eine Einzeltherapie vorgeschlagen.

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Die Psychoanalyse

Die psychoanalytische Therapie basiert auf der Vorstellung, dass hinter einer depressiven Störung eine Vielzahl von negativen und aggressiven Gefühlen steht, die der Betreffende sich nicht eingestehen und daher auch nicht ausleben kann und in der Folge gegen sich selbst wendet. Aus Sicht der Psychoanalyse sind es tiefe Verletzungen in der Kindheit, Angst verlassen zu werden, verdiente, jedoch ausbleibende Anerkennung und Wertschätzung und vielgestaltige Enttäuschungen, die Wut, Trauer, Bestrafungs- und Vernichtungswünsche hinterlassen. Während psychisch gesunde Menschen diese Gefühle zwar auch als „unerwünscht” interpretieren, gelingt es ihnen jedoch, sie zuzulassen und oftmals konstruktiv als Energie zur Veränderung zu nutzen. Menschen mit Depression steht eine Umwandlung negativer und aggressiver Tendenzen in dieser Weise nicht zur Verfügung – sie richten sie gegen sich selbst.

Ziel der Psychoanalyse ist es, diese verdrängten Gefühle in das Bewusstsein zu holen und damit ihre negative Energie zu brechen. Im Zentrum steht die sogenannte „Übertragung”: Indem der Patient unbewusst die Beziehungsmuster, die er in seiner Kindheit erlernt und aufgebaut hat, auf den Psychoanalytiker überträgt, können sie sichtbar und dadurch veränderbar gemacht werden. Dazu sind im Allgemeinen über mehrere Jahre hinweg mindestens zwei Sitzungen mit dem Psychoanalytiker in der Woche erforderlich.

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Die tiefenpsychologisch fundierte Therapie (TP)

Die TP wird oftmals mit der Psychoanalyse gleichgesetzt. Tatsächlich haben beide Verfahren den gleichen wissenschaftlichen Bezugsrahmen – die Psychoanalysetheorie von Siegmund Freud. In der Praxis unterscheiden sie sich jedoch. Patient und Therapeut sitzen sich, anders als bei der Psychoanalyse, bei der der Patient meist liegt, gegenüber. Das Hauptaugenmerk wird meist auf die aktuellen Konflikte, deren Ursachen freilich in der Kindheit vermutet werden, gelegt. Die Therapien dauern in der Regel nicht länger als ein bis zwei Jahre.
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Die interpersonelle Therapie (IPT)

Die IPT ist eine speziell zur Behandlung von Depressionen entwickelte Kurztherapie. Sie zielt darauf ab, die Depression zu lindern und die Beziehungsfähigkeit des Betroffenen zu verbessern. Trotz der kurzen Dauer dieser Therapie – in der Regel zwischen einem Viertel- und einem halben Jahr mit einer Sitzung pro Woche – zeigt die IPT erstaunliche Erfolge. Im Fokus der IPT stehen aktuelle Konflikte und Probleme des Patienten, für die nach unmittelbar umsetzbaren Lösungen gesucht wird.


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Weitere Behandlungsoptionen

Während die medikamentöse und/oder Psychotherapie als die wesentlichen Pfeiler der Depressionsbehandlung ihre Wirksamkeit bewiesen haben, gibt es zusätzliche Therapieansätze, allen voran die Lichttherapie und der Schlafentzug. Bei schweren Depressionen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen, gilt die Elektrokrampftherapie (EKT) nach wie vor als wirksamste Behandlungsoption.
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Die Lichttherapie

Diese Therapieform scheint nur bei der saisonalen Depression, die im Volksmund auch gern als Winterdepression bezeichnet wird, sinnvoll zu sein. Sie basiert auf der Annahme, dass das helle Licht der speziell dafür entwickelten Lichtquelle direkt über die Netzhaut auf die Botenstoffe Serotonin und Melatonin wirkt. Gut die Hälfte aller Menschen mit milder saisonaler Depression sprechen bereits nach einer Woche auf die Lichttherapie an. Bei schwerer saisonaler Depression ist im Allgemeinen die Kombination mit Medikamenten erforderlich.

Die für eine Lichttherapie nötigen Speziallampen kann man im Sanitätsfachhandel kaufen oder in einer Arztpraxis leihen. Experten sind jedoch der Meinung, dass tägliche Spaziergänge bei Tageslicht dieselbe Wirkung haben wie das Spezialkunstlicht aus der Steckdose.
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Schlafentzug

Ein sehr häufiges Symptom bei Depressionen sind die zum Teil sehr hartnäckigen Schlafstörungen. Durch bewussten Schlafentzug sollen einerseits die Schlafstörungen beseitigt und andererseits die depressive Symptomatik gelindert werden. Dazu wird – zumeist im Rahmen einer stationären Behandlung – eine Nachtruhe „übersprungen“: Der Betroffene ist die Nacht über wach und legt sich erst am Folgeabend zur gewohnten Zeit ins Bett. Gerade bei Patienten, die sehr ausgeprägte Schlafprobleme haben oder die morgens besonders unter ihrer Niedergeschlagenheit leiden, hilft der Schlafentzug – allerdings nur kurz. Schon nach der ersten durchschlafenen Nacht und manchmal schon einem kleinen Nickerchen nach dem Mittagessen stellen sich die depressiven Symptome meist wieder ein. Dafür kann der Schlafentzug aber auch oft wiederholt werden. Der Schlafentzug wird im Allgemeinen mit einer medikamentösen Therapie kombiniert.
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Die Elektrokrampftherapie (EKT)

Die EKT ist eine nur sehr selten eingesetzte Therapieform, die allerdings besser ist als ihr Ruf. Leider führen falsche Vorstellungen über die EKT immer wieder dazu, dass Patienten diese wirksame Behandlungsmethode nicht oder erst spät in Anspruch nehmen. Nicht selten haben damit Behandelte aber das Gefühl, endlich aus einem bösen Traum aufgewacht zu sein.

Die EKT wird vor allem bei Patienten mit Wahnideen eingesetzt, wenn eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung nicht helfen. Viele dieser Patienten mit einer schweren Depression leiden so unter ihrer Erkrankung, dass sie abmagern, weil sie nicht die Kraft finden, sich mit Essen zu versorgen.

Was passiert bei der EKT?
Unter Kurznarkose wird durch Strom, der durch das Gehirn geleitet wird, ein generalisierter Krampfanfall ausgelöst. Medikamente, die die Muskulatur entspannen, sogenannte Muskelrelaxantien, sorgen gleichzeitig dafür, dass starke Muskelkrämpfe vermieden werden. Bereits nach zwei Anwendungen spüren viele Patienten eine deutliche Besserung. Allerdings kann auch eine EKT eine Depression nicht heilen. Um Rückfälle zu vermeiden, muss deswegen nach der EKT eine konsequente medikamentöse Therapie, eventuell kombiniert mit einer Psychotherapie, erfolgen.

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Gesund bleiben!

Leider gibt es bis heute keine Therapieform, mit der man eine Depression heilen könnte. Die gute Nachricht: Zu Rückfällen muss es nicht unbedingt kommen. Mit verschiedenen Strategien kann man selbst dazu beitragen, dass man nie wieder unter einer Depression leidet.

Medikation einhalten

Die wahrscheinlich wichtigste Voraussetzung, um Rückfälle zu vermeiden, ist, verschriebene Medikamente genauso einzunehmen, wie vom Arzt verordnet. Das bedeutet, auch dann noch konsequent Tabletten zu schlucken, wenn die Symptome schon lange abgeklungen sind. Sie sollten auch erst dann abgesetzt werden, wenn das mit dem Arzt besprochen wurde.

Sich viel im Freien bewegen

Ausdauersportarten wie Walking oder Joggen, die man unter freiem Himmel ausüben kann, wirken gut gegen Depressionen. Denn sie verbessern nicht nur die Schlafqualität, sondern fördern auch die Ausschüttung von Endorphinen. Man fühlt sich gleich besser. Wer einen Hund hat, mit dem er täglich joggen oder spazieren gehen kann, profitiert zusätzlich von den freundlichen Sozialkontakten, die viele Hundehalter untereinander pflegen.

„Highlights” einplanen

Viele Depressive können ihren Alltag nicht gut bewältigen, auch wenn die Symptome schon eine Weile abgeklungen sind. Zu nachhaltig haben depressive Erlebensstrukturen einem unbekümmerten Umgang mit den „ganz normalen” Alltagssorgen im Weg gestanden. Hier ist es meist sehr hilfreich, sich bewusst positive Erlebnisse zu schaffen und sie regelrecht in den Terminkalender einzuplanen. Wer sich gern von der Stimmung im Fußballstadion oder auf der Pferderennbahn mitreißen lässt, sollte sich das auch gönnen. Wichtig ist, sich Lichtblicke, „Highlights” zu verschaffen, damit trübe Gedanken keine Chance haben.

Für Gesellschaft sorgen


Es müssen nicht gleich dicke Freundschaften sein. Nette Bekanntschaften, mit denen man über dies und das reden kann, entzerren den Alltag und lassen Sorgen in den Hintergrund treten. Wer etwas ängstlich darin ist, auf andere zuzugehen, empfindet es oft als angenehm, wenn ein konkreter Rahmen die Kommunikation erleichtert. Kontaktanlässe sollten zu einem kurzen und freundlichen Austausch genutzt werden. Und sei es nur, dass man im Supermarkt der Dame an der Kasse freundlich zunickt. Auch Schüchterne können das lernen. Sie lernen damit auch, wie selbst „unscheinbare” Anlässe den Alltag ein bisschen freundlicher machen können.

An einer Selbsthilfegruppe (SHG) teilnehmen

Selbsthilfegruppen tun nicht nur Menschen gut, die an einer Depression leiden oder daran gelitten haben. Sie bieten auch eine zuverlässige und einfühlsame Hilfe für Angehörige. In vielen Selbsthilfegruppen sind Angehörige sogar stark vertreten. Wer fürchtet, dort werde nur über Kummer und Leid gesprochen, irrt. Die meisten Selbsthilfegruppen organisieren Fortbildungsveranstaltungen für Betroffene und Angehörige und Freizeit-Events, bei denen man traurige Erfahrungen schnell vergisst.

Mehr erfahren Sie zum Beispiel unter
www.deutsche-depressionshilfe.de
www.selbsthilfe-forum.de
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Patientin bei Psychotherapie
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Damit eine Psychotherapie gute Aussicht auf Erfolg hat, muss der Patient möglichst aktiv mitarbeiten. Bei schweren Depressionen kann sie daher meist nicht von Anfang an durchgeführt werden, sondern erst, wenn eine medikamentöse Therapie die Symptome schon gebessert hat.

Herbstspaziergang
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Spaziergänge bei Tageslicht können nach Meinung von Experten bei Winterdepressionen genauso gut helfen wie die Lichttherapie mit Speziallampen.
Zusammenhalten
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Selbsthilfegruppen bieten nicht nur Unterstützung und Beratung. Sie organisieren auch Freizeitveranstaltungen für Menschen mit Depression und ihre Angehörigen.